Haus Emmanuel

 

 

Ich erinnere mich noch gut an meinen „ersten Blick" auf das Haus Emmanuel. Im Sommer 2003 hatte ich mich für die Leitung der Wohngruppe Rodgau, die ihr Zuhause in den Räumlichkeiten des Hauses Emmanuel finden sollte, beworben und bin nach Jügesheim gefahren, um ein Gefühl für den zukünftigen Wohnort für Menschen mit Behinderung zu bekommen. Es hat mir gleich gefallen, dass das Wohnhaus im Ortskern steht, mitten in der Gemeinde und nicht irgendwo am Rand, weit entfernt vom gesellschaftlichen Leben. Leider war das Haus von einem großen Bauzaun umgeben, und ich konnte trotz meiner großen Neugier nicht sofort hinein gehen. Trotzdem war für mich schnell klar, dass ich gerne an diesem Ort arbeiten möchte, was nicht nur an dem schönen, großzügig gebauten Haus, sondern auch an den Trägern: Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach und dem Wohnverbund Offenbach,deren professionellen Ausrichtung ich unter der fachlichen Führung von Herrn Wellhöfer (Wohnverbundleitung) schätzen gelernt habe.

Die Vorstellung Menschen mit Behinderung, die noch zu Hause, bei ihren Familien  lebten, auf ihrem Weg zu mehr Eigenständigkeit und in ein so weit wie möglich selbstbestimmtes Leben zu begleiten und individuell zu unterstützen, hat mich sehr motiviert.

Im Oktober 2003 fanden die ersten Besuche in den Familien statt, und ich konnte alle „zukünftigen Bewohner/innen" der Wohngruppe Rodgau kennen lernen. Die Zimmer wurden verteilt, damit jeder genügend Zeit hatte, sich nach seinen Wünschen und Bedürfnissen selbst einzurichten. Gleichzeitig wurden Vorstellungsgespräche geführt, um Mitarbeiter für das zukünftige Betreuungsteam zu finden, und ich habe unzählige Möbelhäuser besucht, um die Gemeinschaftsräume der Wohngruppe einzurichten. Im Januar 2004 haben wir die Wohngruppe bezogen und die Räume sind seither mit „Leben" gefüllt. Nun sind 5 Jahre vergangen und inzwischen leben 6 Frauen und 7 Männer in der Wohngruppe in und mit der Jügesheimer Gemeinde. Wir haben gute Kontakte zu unseren Nachbarn, die Geschäfte und Ärzte im Umkreis können von den Bewohnern der Wohngruppe überwiegend selbstständig aufgesucht werden. Der Verein „Gemeinsam mit Behinderten" unterstützt uns und ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass sich alle sehr gut eingelebt haben.

 

Am häufigsten wird mir die Frage gestellt: „Was macht ihr Betreuer eigentlich in der Wohngruppe mit den behinderten Menschen?" Darauf kann ich eigentlich nur mit dem Leitspruch der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach antworten: Wir begleiten Lebenswege! Das bedeutet für mich und meine Arbeit in der Wohngruppe Rodgau, jeden Menschen individuell, nach seinen Bedürfnissen zu begleiten und zu unterstützen und ihm zur größtmöglichen Selbstständigkeit zu verhelfen. Hierbei ist ein konstanter Austausch mit den Bewohnern/Innen, den Eltern und gesetzlichen Betreuern, meinen Kollegen/innen und der Wohnverbundleitung unerlässlich. Ohne die gute Teamarbeit, die Unterstützung durch die Gemeinde und den Verein GmB, könnten wir nur wenig bewegen. Ich möchte auf diesem Wege allen Personen danken, die uns in den letzten 5 Jahren mit „Rat und Tat" zur Seite gestanden haben. Ich wünsche mir auch weiterhin viele Begegnungen mit Menschen und bin schon gespannt und freue mich auf die nächsten 5 Jahre in der Wohngruppe Rodgau im Haus Emmanuel.

Simone Stodal-Kostka
(Wohngruppenleitung)

 

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