Europäische Zentralbank größter Sponsor

der Stiftung

 

Darlehen konnten weiter getilgt werden


Als am 26. April 2016 in Wiesbaden das Stiftungsforum tagte, machte Dr. h.c. Beate Heraeus, Vorsitzende
der Heraeus Bildungsstiftung deutlich, dass sich gesellschaftliche Herausforderungen frühzeitig
abzeichnen. Sie verband diesen Hinweis mit dem Aufruf, dass wir dringend Stiftungen benötigen.
„Denn bereits heute bieten die deutschen Stiftungen mit 17 Milliarden Euro Stiftungsgeldern pro Jahr
einen Riesenvorteil, Missstände zu beseitigen und Lösungsmaßnahmen kurzfristig zu gestalten und
rasch umzusetzen“.

Eine Stiftung kann jedoch nur das ausschütten, was zuvor durch eine vernünftige Kapitalanlage erwirtschaftet
wurde. Kapitalanlagen im Niedrigzinsumfeld gestalten sich schwierig. Anlagen rentabel,
langfristig und werterhaltend durchzuführen ohne ein Risiko einzugehen, ist eine Kunst, die selten
beherrscht wird. In der Zeit, in der ein jeder feststellt, dass die Zinsen abgeschafft sind, führt die
Suche nach einer möglichst hohen Ausschüttung zur Dividende. Dazu ist es notwendig, Aktien zu
besitzen, die waren schon einmal günstiger, da ist guter Rat teuer.
Nachhaltig investieren, den Mitgliedern ein Zuhause bieten, den Ortskern gestalten, dauerhaft Erlöse
generieren, um die Behindertenarbeit zahlen zu können und wertbeständig. Haus Emmanuel von
„Gemeinsam mit Behinderten e.V.“ ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement.

Schon hat die Beratungsgesellschaft PwC in ihrer Studie „Fünf Jahre Niedrigzinsphase und kein Ende
in Sicht“ vom Januar 2016 darauf hingewiesen, dass viele Förderprojekte nicht mehr finanzierbar sind,
wenn die Stiftungen bei der Kapitalanlage sich auf dieses Segment beschränkt. Da hatte die Stiftung
„Gemeinsam mit Behinderten“ Glück mit ihren Anlagen. Sie bekommt keine Zinsen, sondern zahlt
welche – immer weniger dank der EZB Zinspolitik und der Tilgungen, bis alle Darlehen getilgt sind,
dann gibt es auch keine Belastungen mehr. Die Grafik zeigt eindrucksvoll: So hat sich der Zinsaufwand
reduziert.

Nicht nur dass wir unser Stiftungskapital und das des Vereins in Immobilien investiert haben, nein,
wir haben auch noch Geld aufgenommen, um das Investment zu finanzieren. Dass wir die Immobilien
täglich in der Behindertenarbeit für unsere Mitglieder nutzen ist eine Seite, dass aber dank der EZB
die Zinsen fallen seitdem wir fertig sind mit dem Bau, kommt dem Investment zugute. Bei der Vielzahl
der Spender, es sind in den letzten 15 Jahren über 10.000 Spender, wundert es nicht, dass der Darlehenssaldo
zum Jahresende auf 450.000 Euro von ursprünglich 900.000 Euro reduziert werden konnte.
Für das Jahr 2019 möchten wir alle Darlehen getilgt haben. Auch der Zinsaufwand ist stetig gesunken
und konnte die 20.000 Euro p.a. zum abgelaufenen Jahr unterschreiten. Und die Party ist noch nicht
zu Ende. Es konnte gerade eine Zinsverlängerung mit einer Null vor dem Komma vereinbart werden.
Damit wird die Europäische Zentralbank mit ihrer Zinspolitik zum wichtigsten Sponsor unserer Anlagepolitik.

Das sind stramme Ergebnisse, die der guten Beteiligung am 24-Stunden-Lauf und dem unermüdlichen
Spendensegen zu verdanken sind.
Die Zahlen von 2015 sind bereits bestätigt. Im laufenden Jahr möchten wir erneut 100.000 Euro tilgen.
Wie hat sich vor diesem Hintergrund die Stiftung entwickelt?
Das Stiftungskapital ist weiter auf 1.425.000 Euro angestiegen. So wie es aussieht, werden gegen Ende
dieser Dekade die Tilgungen alle durchgeführt sein und auch der Verein wird seinen Anteil an den
drei Häusern Emmanuel bezahlt haben. Damit werden die Einnahmen aus den Kapitalanlagen etwa
die Hälfte der jährlichen Kosten in Höhe von 150.000 Euro des Vereins decken. Die Differenz muss
über sonstige Einnahmen erwirtschaftet oder gespendet werden. Das bleibt die Herausforderung, der
sich die Verantwortlichen zu stellen haben. Sie sind auf jeden Fall auf einem guten Weg.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns in diesem Jahr wieder mit einer Spende vor, während oder
nach dem 24-Stunden-Lauf unterstützen würden.

Herzlichen Dank sage ich im Namen aller Gremien

Lothar Mark
Vorsitzender des Kuratoriums
Stiftung Gemeinsam mit Behinderten

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